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IBM Connections - Social Software für die Digitale Transformation

Matthias Lorentz am 05.05.2014 12:35:00

Jeden Tag eine gute Tat oder eben ein neues Tool. Wie angekündigt werden wir in den nächsten Tagen 12 Enterprise Tools vorstellen, die Unternehmen bei der digitalen Transformation unterstützen könnten. Hier kommt Tool 9 aus der Liste, die wir anhand eines konkreten Anwendungsfalls auf der Social Now Konferenz in Amsterdam vorgestellt bekommen haben.

IBM Connections ist, als einer der Hauptkonkurrenten von Sharepoint im Social Software Markt, ein sehr umfangreiches und komplexes Tool, um das herum eine große Anzahl an Partnern, Individualisierungsangeboten und Apps existieren. Der IBM Mitarbeiter, der Connections auf der Social Now vorstellte, versuchte daher erst gar nicht, die Plattform in Gänze vorzustellen, sondern fokussierte sich bei den vorgestellten Features auf den konkreten Business Case des fiktiven Unternehmens Cablinc.

Was kann es?

Dier Aufbau funktioniert klassisch über Communities und einem Activity Stream. Der Activity Stream ist mit einem umfangreichen Filtersystem ausgestattet. Hier kann ich kategorisieren, folgen (Personen, Dokumenten, Gruppen oder Gruppeninhalten, Tags etc.) und so meine Notifications sehr detailliert personalisieren und Inhalte kontextualisieren. Hierbei gilt der Grundsatz "tagging is the Glue of everything", den wir auf der Sozial Now häufig gehört haben. Ohne konsequentes Taggen der Nutzer und Contentersteller wird es schwierig Informationen so zu verarbeiten, wie Connections es vorsieht. Dieser Grundsatz gilt allerdings für fast alle Plattformen.

Die Funktionen für bspw. Communites sind per App - System konfigurierbar. Nette Kleinigkeiten sind bspw. Features wie die Pop up Business Card. Usernamen sind auf der Nutzeroberfläche mit einem Mouseover Effekt versehen, der direkten Zugriff auf das Profil, Aktivitäten, Dokumente oder bspw. persönliche Blogs ermöglicht. Keine große Innovation, aber sicherlich ein Zeitsparer im Arbeitsalltag. Weiter können Mitarbeiter, die nichtmehr im Unternehmen arbeiten, als "Ehemalige" mit Profil, Aktivitäts- und Dokumenten Historie, im System verbleiben, um weiterhin Zugriff auf Ihr Wissen und ihre Arbeit zu ermöglichen. Connections ist auch direkt in MS Office Produkte einbindbar. Bspw. mir einer "share on Connections" Funktion im Office Ribbon.

Wer soll es nutzen?

Die Entscheidung für IBM Connections als Social Software ist natürlich am leichtesten, wenn im Unternehmen bereits IBM Produkte, wie bspw. Lotus Notes, genutzt werden. Für diese Unternehmen stellt Connections eine naheliegende Möglichkeit dar, bestehende Inhalte zu kontextualisieren, Mitarbeiter zu vernetzen und die bestehende IT Infrastruktur mit Connections als kollaborativem "Deckel" produktiver zu machen. Ein gängiges Vorurteil bezüglich Connections, die Notwendigkeit von mehreren zusätzlich zu bezahlenden Hintergrunddiensten, um Connections in vollem Umfang nutzen zu können, konnte auch der Referent auf der Bühne nicht entkräften. Allerdings ist diese Tatsache nur bedingt als "Fehler" des Connections Angebotes zu sehen, da es von vornherein als Ergänzung einer IBM Umgebung konzipiert wurde und nicht in erster Linie als Stand Alone Tool. Was allerdings genauso möglich ist, wie bspw. die Integration in eine Sharepoint Plattform. Grundsätzlich kann man sagen, dass Connections seine Stärken dann voll entfalten kann, wenn es in einer IBM Umgebung innerhalb eines mittleren bis großen Unternehmens betrieben wird. Als Stand Alone Tool für kleinere Unternehmen und Teams hat Connections allerdings eine Menge starke und stärkere Konkurrenz.

Wie sieht es aus?

Neues bezüglich Aufbau und Oberfläche gibt es auch bei Connections nicht. Zumindest im "Out of the Box" Design (was man so wahrscheinlich sehr selten im Praxiseinsatz sehen wird), sieht Connections eher aus, als ob seit einigen Jahren kein Designer oder UI Architekt mehr für Connections abgestellt wurde. Ein zentraler Newsfeed in der Mitte, links die Features, rechts die Zusatzinformationen. Auch die Icons, Texteditoren etc. sehen eher altbacken aus, was den Gesamteindruck doch mehr stört, als man im ersten Moment meinen mag. Insgesamt wirkt es überladen und unaufgeräumt. Schicker und intuitiver ist hier eindeutig die neue Mobile App, ganz im Sinne der "Mobile First" Strategie von IBM.

Was macht es besonders?

Die große Stärke von Connections ist die große Erfahrung von IBM im Businessbereich. Diese Erfahrung zeigt sich in vielen kleinen, eher unauffälligen Features wie bspw. die Profile als Business Card etc. In der Art und Weise, wie diese Features umgesetzt wurde, erkennt man, dass sie aus der Praxis entwickelt wurde und nicht als fixe Idee am Reißbrett eines Software Architekten entstanden. Weiter ist noch die Fähigkeit zur Kontextualisierung und Vernetzung von nahezu allen Inhalten der Plattform als Besonderheit zu erwähnen. Man hat das Gefühl, dass die Benutzeroberfläche ausschließlich aus Links besteht, da sich überall noch ein Mousover mit Zusatzinformationen, ein Link zur zum Dokument gehörenden Community oder Ähnliches findet.

Es scheint so, als ob IBM den Kampf gegen Sharepoint in einigen Bereichen aufgegeben hat. Connections wird neuerdings aktiv damit beworben (die Möglichkeit an sich ist nicht unbedingt neu), dass Sharepoint als CMS bzw. Fileserver nutzbar ist oder eine direkte Integration von Connections Features in MS Office Produkte verfügbar ist.

Was denke ich darüber?

Zusammengefasst: IBM Connections ist solide aber unsexy. Connections kann alles, was eine Social Software Plattform können sollte, nichts davon aber außergewöhnlich gut. Man könnte es den Opel der Social Software nennen. Alles funktioniert auf tendenziell ordentlichem Niveau, Innovation findet im Detail statt, was bei einem so reifen Produkt aber vollkommen nachvollziehbar ist. Aber so richtig Freude kommt bei diesem Tool in keinem Bereich auf. Vielleicht ist das aber auch das Schicksal der großen, komplexen Plattformen. Ich habe auch noch niemanden von Sharepoint schwärmen hören und trotzdem ist es sehr weit verbreitet. Als Werkzeug für den Arbeitsalltag scheint unsexy also zu funktionieren.

Und was bei IDC, Gartner oder Forrester nicht fehlen darf, wird natürlich auch bei uns nicht fehlen: Ein Spinnennetzdiagramm! Für die Enterprise Social Network (ESN) Attribute

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