Serie über Digitales Storytelling: Die Ausstattung des Storytellers

Es hat Sie gepackt? Jetzt wollen Sie es wissen? Sich ins Storytelling Abenteuer stürzen. Aber Sie wissen nicht, welche Ausstattung Sie für dieses Abenteuer benötigen? Dafür gibt es diesen (vorerst) letzten Teil meiner Serie zum Digitalen Storytelling. Hier erfahren Sie alles über die Dinge die Sie brauchen. Sie brauchen …
… ein Smartphone und ein Content Management System.

Kein Witz. Als Basisausstattung ist das völlig ausreichend. Denn ein modernes Smartphone kann heutzutage jedes digitale Asset erzeugen, das sie benötigen, um eine gute Geschichte noch besser zu erzählen.

  • Es macht Fotos und kann sie mit Hilfe von Filtern bearbeiten.
  • Es macht Videos und kann sie schneiden
  • Es nimmt Töne auf und kann sie verarbeiten.

Und das alles mit sehr einfacher Usability und in atemraubender Qualität.

 

Das CMS als Hindernis

Was es wahrscheinlich Ihrem Content Management System voraus hat. Zumindest denen, die häufig im Unternehmensumfeld eingesetzt werden. Denn die werden meistens nicht mit dem Fokus Storytelling aufgesetzt. Immer noch viel zu viele dieser Systeme besitzen einen sehr beschränkten Satz von unflexiblen Templates. bei denen Bilder nur an bestimmten Stellen und in bestimmten Formaten vorkommen können. Bei Video wird’s dann schon eng, bei der flexiblen Kombination unterschiedlicher digitaler (technischer und Größen-) Formate hört’s endültig auf.

Das perfekte Storyteller-Tool hat nämlich eine besondere Eigenschaft: es kann Daten aus unterschiedlichsten Quellen verarbeiten, durch sogenannte Embeds, also Einbettung externer Medien in das eigene Umfeld.

Erzählen Sie draußen, sollte es auf YouTube gelagerte Videos, auf Instagram gespeichert Bilder, auf Soundcloud gehostete Töne, auf Slideshare geteilte Präsentationen, auf Giphy gefundene Gifs und auf Piktochart erstellte Infografiken einbinden können. Dazu Posts aus Facebook, Twitter oder vine.co.

Kommen Sie aus der Internen Kommunikation, erzählen Sie also hinter der Firewall, sollte das CMS idealerweise ebenfalls Internet-Inhalte einbetten können, aber eben auch Posts aus Ihrem Social Network. Es braucht ein Multimedia-Asset Management System, in dem Sie Ihre Videos, Grafiken und Fotos ablegen und in die Artikel einbinden können. Und es sollte ein Interface haben, das keinen Developer benötigt, um all dies zu tun, diverse Varianten zu testen und unterschiedliche Layouts auszuprobieren.

Ein Storyteller CMS ist vor allem eines: flexibel

 

Wordpress als Retter

Als perfekten Kompromiss für die Interne und Externe Kommunikation von mittelgroßen bis sehr großen Unternehmen schlage ich im allgemeinen Wordpress als CMS vor. Die meisten Corporate ITs akzeptieren es zähneknirschend als ungefährlich, manche supporten es gar. Außerdem ist es in der Anschaffung kostenlos, im Unterhalt günstig und endlos flexibel. Kein Layout, das sich nicht mit Hilfe eines 100$ Templates einrichten (und dann anpassen) ließe; kaum eine Plattform oder ein Medienformat, das sich nicht durch ein Plugin einbinden ließe.

Wollen Sie gar kein eigenes (selbst gehostetes) Tool nutzen, gibt es mittlerweile einige andere externe Plattformen, die speziell auf Storyteller ausgerichtet sind.

  • Medium.com
    Medium ist eine Blog Plattform mit dem Fokus auf Geschichten. Sie zeichnet sich aus durch wunderschöne (aber wenig flexible) Layouts, viele Embed-Möglichkeiten, die Option, Geschichten zu Magazinen zusammenzubinden und Kommentare in die Arbeit zu integrieren. Sie haben nicht die volle Kontrolle, aber alles, was Sie dort tun, wird schön aussehen.
  • Storify
    Storify ist Blogging-Plattform für Realtime-Stories. Es lassen sich eine Reihe sozialer Medien und Bilder-Plattformen sehr einfach in den Fließtext einbinden, die zusammen eine einfache chronologische, aber medienreiche Geschichte ergeben.
  • Keeeb
    Ursprünglich als Bookmarking-Service gestartet, kann Keeeb sehr schöne, flexible Themenseiten erstellen, so dass sich eine Story aus aus vielen Quellen und mit verschiedenen Blickwinkeln zusammensetzen kann.
  • Dipity
    Die t3n schlägt für unseren Zweck noch Dipity als Plattform vor: „Anstatt Inhalte in Slides, Boards, Bookmarks oder ähnlichem einzuordnen, kann der Nutzer mit dipity sehr einfach digitale Timelines erstellen“. Sieht hübsch aus, ist aber sehr chronologisch.

Ich persönlich nutze Medium und Storify, für aufwändige Projekte noch die Live-Blogging Plattform Scribble Live. Seien Sie bei der Auswahl Ihrer Plattform aber auf jeden Fall wählerisch. Das CMS ist Ihr wichtigstes Erzählwerkzeug nach Ihrem Kopf.

 

Und dann war da noch …

… so vieles, was möglich, aber nicht unbedingt notwendig ist. Tools zur Bild-, Ton- und Videobearbeitung, bis zum professionellsten Adobe-Level. Wobei sich vieles schon mit Hilfe von Apps entsprechender sozialer Plattformen abbilden lässt. Ich kann mit Instagram oder Google Foto Bilder ganz ordentlich bearbeiten – und Videos lassen sich direkt auf YouTube schneiden. Wenn Sie ein bestimmtes Professionalitäts-Level überschreiten wollen, sollten Sie ohnehin irgendwann einen spezialisierten Dienstleister einbinden.

Auch hardwareseitig lässt sich natürlich noch viel optimieren. Die meisten Smartphones haben keinen anständigen Zoom, also braucht es evtl. doch eine Digitalkamera. Für ordentlichen Ton braucht es dann irgendwann ein externes Mikrofon. Und wenn Sie laufen, tauchen oder von etwas herunterspringen wollen, ist eine GoPro angebracht. An den Kopf oder die Brust geschnallt wirkt die sehr livig, echt und dramatisch.

All das ist nicht unbedingt nötig, hilft aber schon. Doch das einzige worauf ich niemals verzichten würde ist … ein Stativ. Ihre Hand ist weniger ruhig, als sie denken. Und das meiste, was Sie aus einer festen Perspektive aus der Hand filmen, sieht schon durch die Unruhe dilettantisch aus, wenn Sie Sie nicht Lars von Trier sind.

 

Und das wars

Viele Teile fehlen noch in dieser Reihe. Viele Themen sind noch nicht angesprochen, viele Plattformen noch nicht erwähnt, viele Fragen noch nicht beantwortet, z.B.

  1. Wo finde ich die guten Stories?
  2. Wie ist der Workflow von Idee zu Realisierung?
  3. Welche Mitglieder hat ein gutes Storyteller-Team?
  4. Was sind die besten digitalen Stories der Welt?

Aber leider fehlt mir im Moment die Zeit, auch das noch alles aufzuschreiben. Vielleicht später einmal. Bis dahin können Sie entweder unten einen Workshop mit mir buchen. Oder einfach ein bisschen googlen. 

Ich wünsche Ihnen eine spannende Zeit!

Hier können Sie noch einmal alle Teile der Serie nachlesen: 

Teil 1: Digitales Storytelling - Warum es wirkt!
Teil 2: Digitales Storytelling – Die Struktur einer guten Story!"
Teil 3: „Digitale Formate einer guten Story“
Teil 4: „Die wichtigsten Story-Typen“