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Warum das klassische Blätter-PDF als Mitarbeiterzeitung ein „No Go“ ist

Frank Sanders am 03.06.2015 12:10:48

Digitalisierung-von-MitarbeitermagazinenViele Jahre lang waren ePapers aka „Blätter-PDFs“ beliebte und vor allem günstige Online-Varianten zahlreicher interner Print-Publikationen. Flatternde Seitenecken, die zum Umblättern animieren und „echter“ Blätter-Sound beim Klicken auf die nächste Seite waren die charakteristischen (und völlig überflüssigen) Elemente eines Phänomens, das keine Zukunft mehr hat. Warum genau wir das so sehen, sollen die folgenden Punkte deutlich machen:

 

1. Medienferne „Haptik“

Begriffe wie Haptik und haptisches Erlebnis fallen immer in der Diskussion um die Zukunft von Print-Publikationen. Das Blättern von sich angenehm anfühlenden und gut in der Hand liegenden Papierseiten sei nicht nur ein Erlebnis, sondern habe auch großen Einfluss auf die Wahrnehmung des Inhalts und die Aufnahme des Geschriebenen durch den Leser.

Vor dem Hintergrund dieser durchaus wahren These verwundert es umso mehr, dass ePaper jahrelang als absolut hoffähige Online-Lösung galten. Schließlich gilt für Online wie für Print: Nur eine hohe Usability des Mediums schafft auch Akzeptanz für seinen Inhalt.

Was dem Leser der gedruckten Publikation das allgemeine Seiten-Layout, die inhaltliche Rubrizierung und das haptische Erlebnis ist, ist dem Online-Leser die Übersichtlichkeit und Attraktivität der Start- und Contentseiten, die Textaufteilung und -länge. Kompliziertes Hin- und Hergeklicke zwischen Blätter- und Lupenfunktion sowie der ständige Versuch, die richtige Artikelecke zu treffen, um umzublättern, gewährleisten ganz sicher keine hohe Usability und machen das Blätter-PDF qua seiner printbezogenen Funktionen schon zur Totgeburt.

 

2. Vom Blättern und Stöbern zum Scanning und Skimming  

Wenn wir Texte auf Bildschirmen lesen, wirken diese ganz anders als in gedruckten Medien. Deshalb gehen wir auch ganz anders damit um. Das Medium hat einen direkten Einfluss auf die Art der Textaufbereitung. Nicht nur grafisch, sondern auch inhaltlich.

Scanning und Skimming sind die Stichworte, die auch für die Interne Online-Kommunikation von hoher Bedeutung sind. Scanning steht für das Verhalten der Leser, Artikel eher zu scannen – also nach wichtigen Stichwörtern zu durchforsten –  als von oben bis unten durchzulesen. Wird das Stichwort gefunden, liest man auch den Kontext drum herum.

Doch auch bei der Kontexterfassung konzentriert man sich nur aufs Wesentliche. Unter Skimming wird diese Konzentration auf wichtigste Textfragmente zusammengefasst. Kernaussagen reichen dann völlig aus, um sich über ein Thema umfassend zu informieren.

Für die Redaktion gelten deshalb bei Online-Medien ganz andere Gesetze, die für Printmedien erstellte Texte meist nicht leisten können. Längere Texte müssen sinnvoll aufgelockert und mit beispielsweise Bullet Points, Zitaten und Zwischen-Headlines belebt werden.

Jeder Absatz sollte möglichst konkrete und zusammenfassende Phrasen enthalten, die dem Leser schnell einen Überblick über das Gesamte geben. Grundsätzlich hat die Binsenweisheit „In der Kürze liegt die Würze“ für Online-Publikationen ihre ganz besondere Berechtigung.

 

3. Von passiver Rezeption zu flexibler Interaktion

Die klassische Mediennutzung im Sinne des sendenden Mediums und des empfangenen Lesers ist lange passé. Die meisten Leser wollen zwar auch heute noch „nur lesen“, jedoch hat sich gerade online das Verhalten schon tiefgreifend gewandelt. Die Hemmschwelle, sich auch interaktiv mit einem Artikel zu beschäftigen, zum Beispiel indem man ihn liked, tagged oder um einen Kommentar erweitert, sinkt kontinuierlich.

Darüber hinaus erwartet der Leser auch in anderer Hinsicht mehr als nur die statische  Darstellung von Content. So werden Mehrwertinformationen dankbar angenommen. Bildergalerien, Verweise, Videos und „related articles“ sind – wenn sie Mehrwert bieten und nicht nur Schmuckwerk abgeben – begehrte Content-Ebenen, um ein Thema anzureichern, zu kommentieren und in einen neuen Kontext zu setzen.

Zwar gibt es die Möglichkeit, statische Print-PDFs mit Rich Media Content  anzureichern, diese Inhalte werden jedoch in der Regel nicht gut angenommen. Der Grund: Bewegt man sich optisch im Print-Layout, ist die Erwartungshaltung eine völlig andere als wenn man sich im Online-Layout bewegt. Man erwartet einfach keine Filme und Bildgalerien. Sie passen nicht in unser Bild, und deshalb benötigen wir sie an dieser Stelle auch nicht. Erst im Online-Look schaltet unser Gehirn wieder auf „Klicken und Ansehen“.

 

Was ist die Lösung?

Für den Fall, dass man der Printversion eine Online-Version an die Seite stellen will, gilt es als erstes, das Magazin-Konzept auf Digitaltauglichkeit zu prüfen. Man sollte Fragen beantworten können wie:

  • „Was mache ich – zum Beispiel – mit den Meldungen meiner Print-MAZ im Online-Kanal?“
  • „Funktioniert die gewählte Rubrizierung auch online?“
  • „Welche Darstellungsmöglichkeiten habe ich online und wie passen diese zu meinen mehrteiligen Artikeln?“
  • „Wie muss ich meine Texte schreiben, dass sie für print und online gleichermaßen taugen?“

 

Eher selten reichen die Budgets in vielen Unternehmen jedoch aus, neben einer Print- auch eine eigenständige Online-Publikation auf Wordpress-, Typo3- oder einer anderen CMS-Plattform zu konzipieren und umzusetzen. Nach unserer aktuellen Studie zur Zukunft der Mitarbeiterzeitung rechnen nur 8,8 Prozent mit Budgetsteigerungen für ihre Mitarbeiterzeitung in diesem Jahr.

Für den Fall sehr eng gesteckter Budgets gibt es jedoch auch Möglichkeiten. Hier bieten sich zum Beispiel Softwarestandardlösungen an, mit denen man recht einfach und ohne Programmierkenntnisse Magazin-Layouts erstellen kann. Die Print-Inhalte ließen sich dann nehmen – Text für Text und Bild für Bild – und in die Online-Version migrieren.

Eine Alternative dazu ist das animierte ePaper. Dieses ist zwar auch PDF-, also printausgabenbasiert, es bietet jedoch mehr Möglichkeiten als nur das Blättern oder Anschauen von Videos und Bildgalerien. Es lassen sich beispielsweise einzelne Text- oder Grafikelemente so animieren, dass die Seite dynamischer und online-optimierter wirkt. Darüber hinaus ist es möglich, zusätzliche Informationen wie Textboxen zu integrieren und das Layout des Print-PDF auf Wunsch auch gänzlich zu verändern.

 

Tipp: Zwischen Printzwang und Preisdruck? Welche Möglichkeiten der Digitalisierung von Mitarbeiterzeitungen gibt es? Laden Sie sich über den Button unten unsere Übersicht herunter.

Digitalisierung Mitarbeiterzeitung

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