Der Mitarbeiterkommunikation fehlt es an Medienkompetenz

Der Mitarbeiterkommunikation fehlt es an Medienkompetenz

Carsten Rossi am 05.04.2019 11:52:36

Fehlende_Medienkompetenz

Den Schulen fehlt sie angeblich - aber der Internen Kommunikation offensichtlich auch: die viel beschworene Medienkompetenz im Hinblick auf die angemessene Nutzung digitaler Kommunikationskanäle.

Anders jedenfalls sind die Ergebnisse unserer neuen Studie zur Zukunft der Mitarbeiterzeitung nicht zu erklären. Denn wenn man unsere über 200 Teilnehmer danach fragt, welche Kanäle für die Formate Reportage, Hintergrundberichte und Themenspecials geeignet sind, sind 17-35% der Befragten der Meinung, dass Print Online schlägt. Anders gesagt: bis zu einem Drittel der Kommunikatoren sind der Meinung, dass komplexe Informationen auf Papier besser aufbereitet werden können als in einem Browser. 
 
Mein Sohn würde an dieser Stelle sagen: „Echt jetzt?“. Mit Videos kann man keine guten Reportagen machen? Mit Podcasts keine Interviews? Mit animierten Gifs keine erklärenden Infografiken?
 
Come_on_GIF_GiphyQuelle: Giphy

Natürlich meint das niemand so. Denn auch die Verantwortlichen für Mitarbeiterkommunikation und Mitarbeitermagazine wissen, dass Videos und Podcasts tolle Interviewmedien sind. Sie trauen sich nur nicht dran, haben in vielen Fällen zu wenig Wissen und zu wenig Budget, um sich z.B. des Themas Bewegtbild anzunehmen. Häufig bedingt dabei das eine das andere: es gibt kein Geld, um etwas Neues auszuprobieren, und deshalb auch keine Erfahrung mit innovativen Formaten. Die Budgets steigen nämlich seit Jahren nicht, wie unsere Studie ebenfalls ergab.
 
Das Ergebnis ist die angesprochene fehlende Kompetenz, die zu einer übermäßig konservativen Schonhaltung führt und häufig in der oft gehörten Schutzbehauptung gipfelt: „Unsere Mitarbeiter sind noch nicht so weit“.
 
Oh doch, ganz sicher sind sie das, und es wird jetzt Zeit endlich nachzuziehen. Die meisten privaten WhatsApp Gruppen enthalten mehr Videos als viele Intranets. Mein Vorschlag zur Besserung ist dabei ein marxistischer: sorgen Sie für ein besseres Sein, um das Bewusstsein zu verändern. Als Unternehmen sollten Sie Kapital und Ressourcen in den Ring werfen, in Form von Geld, Personal und Ausstattung, um Experimente zu ermöglichen, Lernen und Probieren. 
 
Denn Kompetenz braucht eines ganz besonders: Erfahrung.
 
PS: In diesem Beitrag finden Sie zum Vergleich die Ergebnisse unserer Studie zur Zukunft der Mitarbeiterzeitung von 2017.
 
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