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#welovemags - Lieblings-Magazine #3: Weitwinkel

In loser Folge verraten die Kollegen von Kammann Rossi welche Magazine ihnen besonders gut gefallen. Diesmal: Manuel Köpp, Design

In meinem privaten Alltag fühle ich mich eher in der Science-Fiction-, Fantasy- und Thriller-Welt von Romanen heimisch. Dass ich privat das letzte Mal wirklich aufmerksam ein Magazin gelesen habe, liegt schon einige Jahre zurück. Dennoch finde ich insbesondere den Abwechslungsreichtum in Magazinen immer wieder aufs Neue faszinierend. Gerade durch meine Arbeit als Designer im Bereich Corporate Publishing beschäftige ich mich viel mit Magazinen. Aus diesem Grund setze ich bei der Betrachtung des folgenden Magazins natürlich auch meine „Gestalterbrille“ auf.

Im Zuge von Recherchen für die Entwicklung neuer Magazin-Layouts stoße ich immer wieder unweigerlich auf einige besonders spannende Exemplare, die mir als Inspiration für die eigenen Arbeiten dient. Eine dieser Inspirationen fand ich 2017 im Magazin von Union Investment: Weitwinkel. Das Magazin erscheint zweimal jährlich und ist Ende 2019 zum sechsten Mal erschienen.

Weitwinkel zeichnet sich unter anderem durch seinen Abwechslungsreichtum aus. Dieser entsteht vor allem durch die stetig wechselnden Illustrationsstile innerhalb der Ausgabe und auch über die Ausgaben hinweg. Bereits beim Titel wird dies besonders deutlich. Wie man in der Übersicht sieht, gleicht kein Titel dem anderen und wird in der Regel zusätzlich noch um eine Veredelung ergänzt – im aktuellen Heft beispielsweise ist es die aufklappbare Freiheitsstatue. Zusammengehalten wird dieser stetige Wechsel durch den Magazinkopf, der als konstantes Element dient und so das Magazin auf den ersten Blick wiedererkennbar macht.

Weitwinkel_Cover_Uebersicht

Innerhalb des Magazins gibt es sowohl klassische Layouts, die verstärkt auf Bilder setzen, als auch Artikel, die rein von ihren Illustrationen leben. Das zugrundeliegende Gestaltungsraster mit Schrift, Satzspiegel, Spalten usw. hingegen bleibt als verbindendes Element – wie der Magazintitel auf dem Cover – stets gleich und schafft damit die Basis für das Gesamtlayout. Auch bei der Abbildung von Grafiken ist Abwechslung geboten, und kein Stil findet sich zweimal wieder. Um den Betrachter nicht zu überfordern, wurde beim Layout darauf geachtet, dass keine Seite überfüllt erscheint. Dies gilt sowohl für den Bildanteil als auch den Text. So findet das Auge auf jeder Seite Ruhepunkte und wird gleichzeitig gezielt gelenkt. Dem gesamten Layout liegt durch diesen hohen Weißanteil eine Klarheit zugrunde, die zu einem spannenden und gleichermaßen entspannten Lesevergnügen führt. Das Magazin entzieht sich damit dem aktuell zu beobachtenden Trend, stets noch mehr Informationen, Sidekicks und redaktionelle Inhalte unterzubringen. Diese werden stattdessen sparsam und gezielt dort eingesetzt, wo sie gebraucht werden, ohne vom eigentlichen Thema abzulenken.

Neuer Call-to-Action

Durch den gekonnt eingesetzten Schriftmix aus Grotesk und kursiver Serife unterstützt das Schriftbild die Klarheit des Magazins und sorgt zudem für Lebendigkeit. Headlines und Zitate, gesetzt in „Mrs Eaves XL“, heben sich markant ab und bieten damit einen Anker fürs Auge. Insgesamt gelingt die visuelle Führung durch das Magazin ausgesprochen gut. Bedingt durch die Klarheit der Seiten habe ich nie das Gefühl, mich auf den Seiten zu sehr zu verlieren.

Mit diesen Eigenschaften zählt Weitwinkel für mich aktuell zu einem der optisch ansprechendsten Magazine, das mich immer wieder gerne zurückkehren lässt und mit seinem Abwechslungsreichtum zu begeistern weiß.