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Auf der Suche nach dem "Corporate Community Manager"

Carsten Rossi am 16.09.2013 19:45:00

Corporate Community Manager

 Mehr als der Klassenclown. Der Corporate Community Manager.
© Eugenio Marongiu - Fotolia.com

Vor kurzem wies Björn Negelmann unter der Headline "Social Enterprise 2013 – The End of the Beginning!?" darauf hin, dass viele "Gründungsmitglieder" der Enterprise 2.0 Idee sich mittlerweile anderen Betätigungsfelden oder Themen zugewandt haben, manche genervt, manche assimiliert, wenige positiv gestimmt.

Ich denke, sie machen einen Fehler, denn der spannende Teil unserer Arbeit beginnt eigentlich erst jetzt. Zwar haben viele der "Corporate Pioneers" der Enterprise 2.0erste, quantitativ beeindruckende Schritte auf ihrem Weg gemacht, aber ich kenne eigentlich kein einziges Unternehmen, in dem die geplanten Veränderungen auch nur annähernd im Regelbetrieb funktionieren.

Nehmen wir einmal das Beispiel Community Management. Communities gibt es in vielen Unternehmen mit Enterprise Social Networks wie Sand am Meer. Das ist auch kein Wunder, denn dort wo das "Feature" Community existiert darf normalerweise auch jeder eine gründen.

Diese Communities werden dann geführt von "Community Managern". Doch wer sind diese Community Manager im allgemeinen? Nun, normalerweise sind es die Gründer der Community selber, die sich um den Betrieb und das Florieren ihrer digitalen (Zweck-)Gemeinschaft kümmern . Das machen Sie mal besser, mal schlechter, aber, geben wir es zu, in der Regel mehr oder minder unausgebildet. Vielleicht haben Sie eine kurze Einführung in die Technik und ein paar gut gemeinte inhaltliche Hinweise bekommen, aber eine reguläre Ausbildung, wie sie sich für externe Community Manager zu etablieren beginnt, haben die wenigsten.

Zudem ist Ihr Status in vielen Unternehmen völlig ungeklärt. Diese Menschen, die Organisationen von der Größe ganze Abteilung oder sogar Business Unit führen, haben kaum definierte Rechte und Pflichten und existieren in ihrer Rolle auch in keinem Organigramm. Kurz gesagt: die menschlichen Eckpfeiler der Enterprise 2.0 arbeiten häufig ehrenamtlich und nebenbei.

Damit ist der Community Manager aber vorläufig eine höchst gefährdete Art. Denn in Unternehmen liegt der Beweis für den Erfolg und die Bedeutung einer Disziplin/Funktion vor allem im Vorhandensein einer Dokumentation ihrer selbst. Dazu gehört eine Stellenbeschreibung genauso wie eine strukturelle Einbindung in Form einer Berichtslinie. Ungefähr so wie ein Mensch in Deutschland nur existiert, wenn er ein amtliches Ausweisdokument besitzt.

Nun gibt es in Deutschland durchaus schon selbstbewusste Community Manager. Das nähere Studium der Website des BVCM und einschlägiger Fachforen macht aber schnell klar: Mit Community Management ist in Deutschland im allgemeinen nur Community Management für Facebook & Co gemeint, also für externe Kanäle. Die speziellen Anforderungen an das Community Management für unternehmensinterne Enterprise Social Networks finden in der Diskussion wenig bis gar nicht statt. Ein Beispiel:
Das vom BVCM definierte Anforderungsprofil definiert den Tätigkeitsbereich des Community Managers wie folgt:
• Betreut eine oder mehrere Communities operativ
• Moderiert Foren, Kommentare, Nutzerinteraktion
• Interagiert mit den Nutzern
• Behält seine Community im Auge und kennt sie
• Erkennt Entwicklungen und gibt sie weiter
• Gibt Anregungen für Weiterentwicklung
Typische interne Aufgaben wie "User-Training", "Usecase-Entwicklung", "Stakeholder-Management" oder "KPI-Entwicklung und Reporting", wie sie gerade aber nicht nur während der Einführungsphase eines ESNs für interne Community Manager typisch sind, werden hier nicht angesprochen.
Aus diesem Grund habe ich ein kleines Projekt gestartet, mit dessen Hilfe wir Aufgabe und Ausbildung des "Corporate Community Manager" (Arbeitstitel) klarer definieren wollen. Aufbauend auf den Erfahrungen großer deutscher Unternehmen wollen wir
- das Anforderungsprofil,
- das Aufgabenprofil,
- die Rolle und Verortung im Unternehmen,
- eine mögliches Ausbildungscurriculum, und
- Usecases und Best Practices für den wertschöpfenden Einsatz von Community Management in Unternehmen
gemeinsam erarbeiten. Anforderungs- und Aufgabenprofil sollen Unternehmen die Auswahl und Rekrutierung der geeigneten Mitarbeiter für diese Rolle erleichtern. Das Curriculum soll die professionelle Qualität der Tagesarbeit sicherstellen. Usecases und Best Practices sollen den unternehmeninternen und -externen Austausch über Einsatzszenarien und DOs und DON'Ts ermöglichen.
Fachverantwortliche von drei großen deutschen Unternehmen (eines mit Flügeln, eines mit Rädern und eines mit Geld ;) sind bereits an Bord, weitere Unternehmen sind bereits angefragt. Jeder der mitmachen möchte, kann sich gerne bei mir melden. Ein Team von 7-10 Experten und Interessierten ist für den ersten Workshop - der in Frankfurt stattfinden soll - unser Ziel.

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