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Digitaler Humanismus (oder: Twitter für M.A.)

Carsten Rossi am 07.09.2009 13:32:00

Cicero

Laut Cicero erlebt der Mensch erst in der Pflege und Erlernung sprachlicher Kommunikation seine Menschlichkeit. Dieser Gedanke war die philosphische Basis des Renaissance-Humanismus und seine Rezeption der Anfang vom Ende der mittelalterlichen Scholastik.

Nach den letzten 24 Monaten bin ich geneigt zu sagen: das Internet erlebt die seine erst durch Social Messaging. Nachdem wir alle nun mehr als 15 Jahre mit dem mehr oder minder intelligenten Ordnen von Dokumenten (als Linkliste, Website, Intranet, Portal oder Suchmaschine) verbracht haben, steht spätestens seit der Erfindung von Twitter (und davor vielleicht des Blogs) die Konversation im Mittelpunkt des Webs. Es wandelt sich vom digitalen Literaturverzeichnis zum größten Symposium aller Zeiten, von der Bibliothek zur Agora, vom Hypertext zur Hyperworld.

Der einfachste Weg, Wissen zu erschließen und zu generieren steht von nun an im Mittelpunkt der digitalen Entwicklung: Wenn du etwas nicht weisst, dann frage! Wenn noch niemand es weiss, dann diskutiere.

Applikationen wie Twitter, Google Wave oder Heart of Co. stellen die Fähigkeit des Menschen, Wissen durch Sprache zu generieren, in den Mittelpunkt der technologischen Entwicklung. Sie sind damit Tools eines digitalen Humanismus, die den index-, kodex- und dokumentenbasierten Websites und der Scholastik der Content Management Systeme schnell den Rang ablaufen werden.

Einfacher gesagt: die Konversation wird zur Killer App.

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