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Die strukturell bedingte Nicht-Kreativität der Unternehmenskommunikation

Carsten Rossi am 30.01.2009 15:58:00

Kreative Menschen gehen in die Werbung, nicht in die PR, das ist eine Binsenweisheit. Ich selber habe dasbei vielen (abgelehnten) Bewerbungen erlebt. Warum das so ist, war mir allerdings lange nicht klar. Jetzt, bei der Arbeit an unserer Agentur-Website, kam mir die Erleuchtung: Konzepte wie das des Stakeholder Value Managements, so wertvoll und richtig es auch sein mag, ziehen nun mal eher moderierende Charaktere an als polarisierende. Und ein gewisser Hang zur Polarisierung, zur Zuspitzung ist die Voraussetzung für Kreativität.

Auf Unternehmensseite ist das nicht anders. Dort wird die Situation noch verschärft durch die Tatsache, dass Kommunikationsentscheidungen zunehmend Gremien- und Konsensentscheidungen sind, die noch dazu durch viele Hierarchiestufen gefiltert werden. Deshalb kann es nicht verwundern, dass viele Kommunikatoren ihre eigene Arbeit eher als branchentypisch denn als kreativ bezeichnen, wie unsere Studie zum DPWK 2008  (S.19) ergab. 

 

Insgesamt ergibt sich damit ein Arbeitsumfeld, dass Heckenscheren im Kopf geradezu voraus setzt. Daher auch die große Anzahl von Me-too-Identitäten, Me-too-Leitbildern, Me-too-Visionen.
Was sich dagegen ins Feld führen lässt? Langweiler werden übersehen wie Ladengeschäfte ohne Werbung. Die Ruhe mag man schätzen, die Abwesenheit von Publikumsverkehr wohl kaum. 

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