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Bahn die dritte, oder: Wer zwei mal lügt ...

Carsten Rossi am 29.01.2009 17:19:00

Das Handelsblatt schreibt heute auf Seite 1:

„Das Handelsblatt berichtete bereits im vergangenen Juni, dass die Deutsche Bahn Spitzelaufträge vergab. Seinerzeit allerdings gelang es dem Konzern, den Fall herunterzuspielen, indem er behauptete, es handele sich um 43 Einzelfälle, darunter die Fahndung nach verschwundenen Loks. Jetzt erlebt die Bahn ein Kommunikationsdebakel. Vor einer Woche tauchten 1000 Fälle auf, nun sind es 173 000. Fortsetzung folgt?“

Debakel ist mir noch zu vornehm, ebenso wie die Unschuldsvermutung („tauchten auf“). Das ist fahrlässig und unprofessionell – und die Verteidigung macht es nur noch schlimmer:

„Die Bahn verwies darauf, dass nach ihrer Auffassung der Datenabgleich „unabhängig von der Zahl der überprüften Mitarbeiter“ rechtlich einwandfrei sei. Zwischen ihr und dem Berliner Datenschutzbeauftragten sei lediglich „unverändert umstritten“, ob die überprüften Mitarbeiter hätten informiert werden müssen. Hier gehe es um keinen „Spitzel- oder Ausspähskandal“, sondern nur um eine „reine Ordnungswidrigkeit“. “

Sich auf eine rein faktische Argumentation zurückzuziehen, ohne auf den Vertrauensverlust nicht nur in der Öffentlichkeit sondern vor allem unter den Mitarbeitern einzugehen ist ... ach, mir fehlen die Worte. Aus em Bauch gesprochen: herzlos und dumm.

 

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